Ich fand dort einen Zauberlehrer mit Namen „Christian Wiedemann“, Künstlername „Widano“. Er lehrte mir das Zauberhandwerk und ich konnte die Prüfung in den MZvD nach 1,5 Jahren bestehen. Bis zum heutigen Tag ist die Zauberkunst ein nicht mehr weg zu denkendes Werkzeug geblieben.

Zauberei lebt von der Verwandlung. Dazu benutzt man den Zauberstab und ggf. Zaubersprüche.

Die Phantasie erfährt in der Zauberkunst keine Grenzen. Deshalb ist es ein solch wirksames therapeutisches Mittel!

Kinder dürfen bei Bedarf und wenn sie möchten in der Coachingstunde selber Zaubersprüche erfinden und dichten. Diese werden dann sorgfältig mit Gold-und Silberstiften in Schönschrift in das Zauberheft eingetragen. Wenn die Kinder dann schon einige Tricks beherrschen, kommen wir zu dem Punkt, an dem sie auch eine eigene Blockade, ein Problem, eine Wut etc. verwandeln können. Es ist ein Verwandeln von „ich kann nicht“ und „das geht nicht“ in „ich kann das“ und „es geht“.

Es ist ein Wunder, wie diese Methode Kindern hilft! Es gibt ja Kinder, die haben Angst, verkrampfen sich und sind völlig gestresst, wenn sie nur einen Stift anfassen und schreiben sollen. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem wir mit Verwandlungen arbeiten.

Nicht alle Kinder sind dafür offen. Andere Kinder wollen lieber Gedichte schreiben. Auch das ist eine wunderbare Sache. Gerade traurige Kinder, oder Kinder mit tiefen Gefühlen, Ängsten oder geheimen Nöten können durch das Schreiben von Gedichten einen Ausdruck für das finden, was sie bewegt. …

Das Basteln des eigenen Zauberstabes ist ein Sinnbild dafür, selber ein Instrument zu erschaffen, welches bei der Wandlung eigener Nöte hilft.

Ich war also im Schuldienst tätig und beobachtete sehr genau, was dort vor sich ging.

Nach einer Zeit entwickelte ich Fragen, sehr tiefe Fragen zum ganzen Schulsystem. Ich sah so wunderbare Persönlichkeiten, die in den Kindern steckten, so viel Potenzial … Musikalische Kinder, sensible Kinder, hoch empathische Kinder, hoch intelligente, verträumte, unsichere, zarte Kinder … Je genauer ich sie beobachtete, desto bunter wurde das Bild, das ich von ihnen hatte.