Ich absolvierte eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung als Traumapädagogin und Traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT/BAG).

Meine Abschlussarbeit dazu schrieb ich über den Zusammenhang von traumatischen Störungen und LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche). Ich bewies in dieser Arbeit anhand eines Beispiels, dass durch die Arbeit am Trauma auch die Lese-Schreib-Probleme wesentlich besser wurden, ohne diese gesondert behandelt zu haben.

Diese Erkenntnis war für mich wie ein AHA-Erlebnis. Immer wichtiger erschien mir die Arbeit mit den Eltern, welche mir so wichtige Informationen zu den Biographien ihrer Kinder liefern konnten. In der Praxis war das sehr schwierig, weil die Elternarbeit in dem Umfang nicht bezahlt wurde. Ich tat es dennoch und kam nach und nach zu der Erkenntnis, dass die Eltern im Grunde die eigentlichen Fachleute für ihr Kind sind, sofern sie ein gesundes Verhältnis zu ihrem Kind haben. Die Zusammenarbeit mit den Eltern erschien mir als extrem wichtig und wurde fester Bestandteil meiner Förderung. Die Arbeit mit den Eltern fiel mir nicht besonders schwer als betroffene Mutter. Es gelang mir schnell, Zugang zu Eltern zu finden, wo auch nicht alles einfach war.

Jetzt flossen meine Qualifikationen bereits unzertrennlich ineinander. Gerade für traumatisierte Kinder ist das Zaubern von sehr großer Bedeutung, denn die imaginative (Schöpfer) Kraft während des Findens von Zaubersprüchen ist sehr groß!

Aber auch das Schreiben von Gedichten und Geschichten kann helfen.

Um meine eigene Rolle als betroffene Mutter nicht mit meiner fachlichen Kompetenz zu vermischen, besuchte ich regelmäßig Supervisionsstunden.

Je mehr Kinder ich sah und mit ihnen umging, desto rätselhafter wurden mir manchmal die Ursachen, die auf Probleme und Störungen hinwiesen. Es geschah hin – und wieder, dass einfach keine Ursache zu finden war, aber die Tatsache trotzdem bestand, dass das Kind ein großes Problem hatte.

Hier kam ich oft an eine Grenze, hinter der ich zwar eine Lösung vermutete, die sich aber den physischen Sinnen entzog. Ich brauchte eine große Sensibilität oder gar Sensitivität, Dinge zu erspüren. Ich erlebte, dass Kinder sogar auch oft hochsensibel waren und sich darin allein schon vieles verbarg. Ich begann mich nun mit dem Thema Hochsensibilität, kurz: HSP – High Sensitive Persons zu befassen.

Kategorien: Trauma

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