Trauma verstehen 2

Veröffentlicht von Friedgard Mattlin am

Der Innere Gärtner

In Trauma verstehen Nr. 1 habe ich geschildert, was ein Trauma mit dem Menschen macht und welch schwere, schicksalhafte Ereignisse einen Menschen geradezu „erdrücken“ können dahin, dass Krankheiten entstehen können.

Zum Schluss habe ich das Bild des Inneren Gärtners geschildert, um einen Hinweis darauf zu geben, dass wir Menschen immer im „Innersten Kern“ gesund sind und die Macht haben, als unser eigener Schöpfer zu wirken.

Der Innere Gärtner ist gewissermaßen ein wunderbarer, „gesunder Teil“ von einem selber. Jeder trägt ihn in sich.

Die Gestalt des Inneren Gärtners

Die Gestalt des Gärtners ist völlig individuell. Es ist aber wichtig, dass man ihn sich vorstellt oder sogar aufmalt. Wahrscheinlich haben die meisten Leser schon ein Bild von ihrem Gärtner bekommen, als sie den letzten Beitrag gelesen haben.

Mein Gärtner sah z. B. viel größer aus als ein Mensch und seine Kleidung war lichtdurchwoben.

Andere Gärtner können wiederum klein und stark sein oder sogar eine Lichtwesen-ähnliche Gestalt annehmen.

Fähigkeiten des Inneren Gärtners

Hat man ein Bild des Inneren Gärtners gefunden,  werden die meisten Leser überrascht sein, welche Fähigkeiten ihm eigen sind. Ja, die meisten Menschen wissen ziemlich schnell, wie ihr „Innerer Gärtner“ wirken kann. Meist ist er übermenschlich begabt und ist leicht in der Lage, die Furchen in der Wiese zu lockern und neue Blumen einzusäen.

Niemand soll daran verzweifeln, wenn das „Finden des Gärtners“ nicht gleich gelingt! Man sollte auf keinen Fall Zweifel daran haben, dass es ihn gibt. Möglicherweise wird er zunächst nur nebelhaft wahrgenommen oder ist zu weit weg vom Geschehen. In diesem Fall kann man vielleicht verursachen, dass der Innere Gärtner näher kommt …

Sei Dein Schöpfer!

Die Menschen haben längst vergessen, dass sie Schöpferwesen sind. Sie glauben, alles müsse man mit Geld kaufen und in den Schulen das lernen, was der Bildungsplan vorschreibt. Dabei erfahren sie nicht, dass sie die Kraft und die Macht besitzen, ganz sie selber zu ein und das zu „schöpfen“, was ihrem Herzen entspricht (lies auch Herz-Verstehen). Das ist oft viel viel mehr, als sie überhaupt selber erahnen. Bekanntlich werden maximal 10% unserer Kapazitäten im Gehirn genutzt. Die anderen 90% kennen wir meist gar nicht. Sie liegen brach, bis wir sie zu nutzen lernen.

Es gibt nicht nur den Inneren Gärtner. Der schöpferische Vorgang ist unendlich und so reich, wie wir es zulassen. Deshalb kann es auch „Innere Helfer“, „Innere Beschützer“ usw. geben.

Ein Trauma lässt sich dadurch nicht ungeschehen machen. Aber es ist möglich, eine Situation aus der gesunden Seele zu schöpfen, welche maßgelblich im Umgang mit dem Trauma helfen kann.

Auf diese Weise können Betroffene mehr Kontrolle über das Geschehene bekommen.

Dies ist ein entscheidender Punkt, denn während des Durchleidens eines Trauma verliert man ja die Kontrolle : No flight, No fight … (keine Flucht, kein Kampf). Dies ist äußerlich so. Dies schließt jedoch nicht aus, dass der „Kern der Seele“ davon unberührt bleibt.

Ich erlaube mir an dieser Stelle einen persönlichen Gedanken dazu:

Ich glaube, das Lernen, Wachsen und Entwickeln der Menschen ist Teil der Schöpfung, so destruktiv die Menschheit sich auch zeigen mag. Das Gute, Weise, Lichte und Schöne wird häufig viel weniger wahrgenommen, als das Dunkle, Schlechte und Grauenvolle. (Ich nehme hier keine Täter in den Schutz und will auch das erlittene Trauma nicht klein reden oder „auf schöne Welt machen“. Ich möchte nur einen Weg des Lichtes und der Positivität aufzeigen, den ich selber als Betroffene gegangen bin). Ich bin der Meinung, dass es Bestandteil der Schöpfung ist und war, dass ausschließlich jeder Mensch „im Kern“ gesund ist und aus sich heraus Wege der Heilung finden könnte, wenn er nur an diese Fähigkeit erinnert würde. Wir sind durch das Geschehene Opfer, ja, aber wir sind nicht im „Inneren Kern“ ein Opfer. Da sind wir frei und da sind wir Schöpfer. Auch dann, wenn unsere Schöpferkraft im Moment verschüttet oder nicht auffindbar ist.

Hierzu ein Gleichnis:

Wenn man an den Begriff „Angst“ denkt, weiß man ganz genau, dass Angst existiert. Wir sehen Angst nicht mit unseren Augen. Wir sehen nur ihre Auswirkung und können sie fühlen.

So ist es auch mit dem „Inneren Schöpfer-Gärtner“. Wir sehen ihn nicht äußerlich, aber wir können ihn fühlen und zu der Gewissheit kommen, dass es ihn trotzdem gibt!

Es gibt viel mehr, was wir mit unserer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht sehen, was aber dennoch existiert.

Ich möchte alle Leser ermutigen, darüber nachzudenken und den einen oder anderen Versuch zu unternehmen, ihre existierende Schöpferkraft, den „Inneren Gärtner“ und den „Gesunden Kern“ zu finden und für ihre Heilung  zu nutzen, so wie es schon einigen Menschen gelungen ist.

Es ist mir ein Herzens-Anliegen, wirklich zu helfen, Mut zu machen, auf das bestehende „Licht“ im bestehenden „Dunkel“ aufmerksam zu machen und Wege aufzuzeigen, die weiter führen!

Alle Betroffenen haben mein ganzes Mitgefühl und meinen großen Respekt vor ihrem Schicksal.

Ich freue mich sehr über Nachrichten und Anregungen!


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